Von Cartagena bis Medellin
01.07. – 26.07.2018
Eines der vielen Gesichter Kolumbiens….
das Land überrascht uns immer wieder mit so vielen unterschiedlichen Eindrücken,
aber vor allem strotzt es vor Leben, geschäftigen Menschen, chaotischem Verkehr, steilen Bergen, überquellenden Großstädten und gemütlichen Dörfern.
Doch der Reihe nach, Cartagena mit seiner wirklich schönen, wenn auch sehr touristischen und teuren Altstadt ist einladend und zieht uns jeden Abend wieder
an um an schönen Plätzen bei Straßenmusik und Märkten ein leckeres Abendessen zu genießen. Tagsüber sind wir ja immer mit den Behörden beschäftigt, um unser Womo aus dem Hafen zu befreien. Wahnsinnig heiß ist es hier und so sind wir froh als wir weiterfahren können.
Außerhalb stoßen wir auf ausgedehnte Siedlungen im Mangrovensumpf. Landvertreibung durch Minengesellschaften und Großgrundbesitzer ist auch in Kolumbien ein großes Problem. Vom Reiseführer gepriesen machen wir halt am Schlammvulkan,
doch wir verzichten auf dieses matschige Vergnügen, nachdem wir die trübe Brühe gesehen haben, in der man sich wieder rein waschen kann. Brrrr… Wir trotzen der Hitze und machen noch einmal Halt am schönen Karibikstrand beim Tayrona NP.
Zu allem Überfluß streikt unser Kühlschrank, müde vom Fahrtag bauen wir ihn aus, um dann mit Erleichterung festzustellen, dass es zum Glück nur einer kleinen Reparatur bedarf und er kühlt wieder!!! Ein Tag mit Strandspaziergang und Fußball WM an der Strandbar gucken vergeht, dann verabschieden wir uns von der karibischen Hitze und machen uns auf in höhere Lagen.
In Buccaramanga lassen wir unsere Bremsen prüfen, um auch sicher die vielen Andenpässe hoch und runterzukommen. Der Luftfilter wird ersetzt und wir können uns mit einigen Ersatzteilen eindecken. Alle Werkstattmitarbeiter sind stolz, dass wir sie ausgesucht haben und wir werden überhäuft mit Kaffee, Bonbons und Werbegeschenken. Ansonsten flüchten wir ganz schnell wieder aus der chaotischen Stadt.
Giron, nicht weniger hektisch, ist nicht weit weg, hat aber einen bewachten Parkplatz auf dem wir übernachten dürfen.
Die Straßen sind kurvig und steil, es bieten sich tolle Blicke auf eine wunderschöne Landschaft. Am Straßenrand werden geräucherte Würstchen und eine besondere Delikatesse – geröstete Riesenameisen- verkauft.
Wir biegen ab nach Barichara, kleine Straße, wenig Verkehr und nach steiler Piste kommen wir am Stellplatz Guaimaro an.
Campingwiese mit Guaimarobaum und gigantischer Aussicht. Die Holländer Juul und Joep verwöhnen uns mit herzlicher Gastfreundschaft, gutem Brot und Wandervorschlägen.
Hier bleiben wir doch glatt 6 Tage und durchstreifen die Gegend. Barichara ist ein alter Kolonialort mit Pflasterstraßen und netten Gassen.
Die Eisdiele bietet riesige Früchtebecher mit Eis für kleines Geld. Krämerläden und Kunsthandwerk laden zum bummeln ein.
Auf dem alten Pfad „Camino Real“ wandern wir nach Guane, dazwischen gibts im schönen Garten von Donna Theresa
Erfrischungen und einen Aussichtsfelsen mit Gipfelkreuz.
Guana liegt am Ende der Straße und ist ein verschlafenes kleines Dorf mit Kneipe und „Ureinwohnern“.
Auf unserer Fahrt nach Villa de Leyva begegnen uns immer wieder Prozessionen zum Gedenken an die „Virgen de la Carmen“.
Ganz Villa de Leyva ist gesperrt wegen der ausgedehnten Feierlichkeiten und es gibt kein Durchkommen. Etwas außerhalb stranden wir auf einem Camping und können trotz der Entfernung kaum schlafen, so ohrenbetäubend laut werden hier Heiligenfeste bis tief in die Nacht gefeiert.
Der ansonsten leere Marktplatz ist gefüllt mit Devotionalienständen, Bierbuden, Süßwaren und anderen Leckereien. So ne Art Kirchweih auf Kolumbianisch. Beim gigantischen Grillspektakel läuft auch uns das Wasser im Mund zusammen und wir müssen unbedingt probieren… war saulecker!
In Zipaquira gibt es ein Salzbergwerk, in die eine Kathedrale gebaut wurde. Angepriesen als erstes architektonisches Wunder Kolumbiens erachten wir, dass es einen Abstecher wert ist. Nunja…. ein bombastischer Eingang und teurer Eintritt, danach ein Kreuzgang mit schwülstigen Erklärungen, kitschige Beleuchtung und am Ende viele Andenkenstände. Am schönsten ist noch die Kathedrale selbst….
Am Guatape See verbringen wir das lange Feiertagswochenende, vor lauter Stau und Menschenmassen verzichten wir auf die Besichtigung des nahen Ortes und ruhen uns tagsüber im Garten von der nächtlichen, lautstarken Beschallung der Raver am gegenüberligenden Ufer aus.
Auf unserem Weg nach Medellin geraten wir in eine Straßensperre bei Santa Elena, wie sich herausstellt ist Blumenfest und in Kürze beginnt ein Umzug. Was für ein Zufall, dass wir gerade heute hier lang fahren, so kommen wir in den Genuss, die vielen Kinder mit ihren Blumengestecken auf dem Rücken und die Musiker und Gaukler zu bestaunen.
Zum Glück gibt es oberhalb Medellins einen schönen Campingplatz, sodass wir nicht mit dem Sprinti in das Chaos der Millionenstadt fahren müssen. Medellin galt noch vor 20 Jahren als die mörderischste Stadt der Welt, zum Glück ist davon nichts mehr zu spüren. Bei der über vierstündigen Stadtführung mit Milo erfahren wir, mit welchen sozialen und städtebaulichen Maßnahmen es die Stadt geschafft hat, sich nach der Ära des Drogenkönigs Pablo Escobar in eine sichere und friedliche Stadt zu verwandeln.
Die Bewohner Medellins und Umgebung werden Paisas genannt und gelten als besonders fleißig und geschäftstüchtig. Es gibt ein sehr gutes Nahverkehrskonzept mit Metro und, um die ärmeren Stadtviertel an den steilen Berghängen zu erreichen, sogar mehrere Gondelbahnen.
Der Preis für die Fahrkarte ist mit 60 cent erschwinglich. Der berühmte Bildhauer Botero hat auf einem zentralen Platz viele seiner Skulpturen aufgestellt.
Überall Straßenhändler, PornoCDs werden direkt in der Gasse neben der Kirche feilgeboten, Straßenmusiker an den Plätzen und überall Baustellen.
Wir lassen es uns nicht nehmen, nach dem anstrengenden Stadttag mit der Seilbahn zurück auf unseren Camping El Bosque zu fahren.
Demnächst geht es dann weiter mit Teil 2 von Kolumbien.
Hallo zusammen! Hitze haben wir in der Schweiz auch? Beim Lesen des Berichtes kommen bei uns Erinnerungen auf. Kolumbien hat uns positiv überrascht und der Verkehr empfanden wir mit den tausenden Motorrädern in den Städten als sehr gefährlich. Sind gespannt wo eure Reise weitergeht. Geniesst das abwechsungsreiche Kolumbien! Liebe Grüsse Silvia und Beat
Hallo einfach nur schön zu lesen und dabei zu traümen
Weiterhin viel Spaß
Gruß silvia & Marita