17.05. – 15.06.18
Nur wenige Kilometer hinter der Grenze verbringen wir ein paar Tage auf der Finca Canas Castillo. In den Bäumen an der Campingwiese turnen die Affen über unseren Köpfen.
Das Krokodil treibt im Fluß und abends bevölkern die Kröten den Platz und vertilgen die Mücken. Doch vor allem die Spider Monkies haben es uns angetan, mit welcher Eleganz und Freude sie durch die Wipfel springen.
Ein Drittel des Landes steht unter Naturschutz, doch der Eintritt in die Nationalparks ist für Ausländer mit meist 15 Dollar pro Tag und Person ganz schön hoch. Dazu kommen dann noch die Campingplatzgebühren. Auch die Preise für Lebensmittel sind deutlich höher als in anderen mittelamerikanischen Ländern. Dafür sind die Einkommen der „Ticos“ zum Glück auch hoch. Aufgefallen ist uns auch gleich, dass die Straßenränder und Strände frei von Müll sind. Die Tourismusbranche boomt und viele Einheimische profitieren davon, und wir von der guten Infrastruktur für Camping und Naturerlebnisse.
Am NP Bahia Junquillal gibts außer schönem Strand viele Leguane, die erstaunlich gute Baumkletterer sind.
Der Sonnenuntergang ist traumhaft.
Auf der Nicoya Halbinsel erkunden wir die Strände,
der Pazifik ist warm und bietet nicht wirklich Abkühlung, doch es ist Regenzeit, so bekommen wir fast täglich eine „Regendusche“ frei Haus.
Schotterwege führen zur Playa Avallenas, in Ottos Garten direkt am Strand gibts Stellplatz und Duschen. Und kuriose Badebesucher, wie „Meer-Schwein“ und „See-Pferd“ lassen uns staunen.
Einsiedlerkrebse wuseln am Strand und verkriechen sich, sobald man sich nähert.
Ostional ist vor allem bei den Meeresschildkröten ein beliebter Strand, in bestimmten Monaten kommen sie zu tausenden an den Strand zur Eiablage. Derzeit ist Nebensaison, doch Gilbert, der Schildkrötenführer versichert uns, dass wir nach Einbruch der Dunkelheit sicher eine Schildkröte bei der Eiablage beobachten können.
So ziehen wir abends mit Gilbert los, ein Gewitter zieht auf und die Blitze erhellen immer wieder kurz den Strand. Wir laufen und laufen und laufen, doch außer absoluter Dunkelheit nix. Mir ist eh ein Rätsel, wie wir die Schildkröte überhaupt entdecken sollen… Doch als Gilbert schon fast frustriert aufgeben will, taucht direkt vor unseren Füßen ein riesiges Exemplar auf.
Mit der Rotlichtlampe beobachten wir, wie sie den Strand hochrobbt und mit den Hinterflossen ein tiefes Loch aushebt. Innerhalb kürzester Zeit legt sie ungefähr 100 tischtennisballgroße Eier hinein
und schaufelt dann alles zu und klopft dann mit den Flossen heftig alles fest. Ein wirkliches Erlebnis. Leider hat es inzwischen heftig zu regnen begonnen und wir werden auf dem Rückweg trotz Regenschirm nass bis auf die Haut… Die ganze Nacht schüttet es und auch am nächsten Tag begleitet uns sturzbachartiger Regen in die Berge und bis nach St. Elena. Von den tollen Ausblicken, die man hier haben soll, sehen wir nichts…. nur Nebel und Schotterstraße, die einem Bachbett gleicht.
Im Nebelwald wandern fällt ins Wasser, doch der Froschzoo ist überdacht und dank des wirklich guten Führers sehenswert. Am Arenalsee ist gutes Wetter und kurzerhand biegen wir auf einen Parkplatz ab, auf dem wir viele Overlander Fahrzeuge sichten. Einige kennen wir schon.
Wir staunen über das Restaurant und die Bauernhäuser…hier siehts aus wie in der Schweiz, kein Wunder, sind auch Schweizer, die hier eine riesige Milchalm betreiben und ihren Restaurantparkplatz kostenlos den Reisenden zur Verfügung stellen. Wir umrunden den See und stehen zu Füßen des Vulkan Arenal.
Vor wenigen Jahren war er noch aktiv und Lavaströme flossen die Flanken entlang, derzeit ruht er, nur kleine Rauchwolken sind zu beobachten. Mitten durchs Land gehts weiter, vorbei an Ananas- und Palmplantagen, die Vulkane Poas und Barva verstecken sich in den Wolken.
Abends kommen wir nach Horquetas und dem „Frogs Heaven“ von Jose und seiner Familie.
Sie haben ihr Farmland zurück in einen Regenwald verwandelt und führen nun Besucher durch und man kann die bunten Frösche und andere Tiere in ihrer
natürlichen Umgebung entdecken und beobachten. Morgens um 7:00 Uhr bei Sonnenschein ziehen wir los mit Jose, der genau weiß, wo sich die Tiere verstecken.
Eindeutig das beste Tiererlebnis in Costa Rica! Regenwald links und rechts der Straße bis kurz vor San Jose, Costa Ricas Hauptstadt.
Dort füllen wir unsere Vorräte auf und nehmen den direkten Weg zur Pazifikküste, eine wunderschöne kleine Schotterstraße durch die Berge, doch wir kommen nur langsam voran und der Regen verwandelt die Straße in einen reissenden Fluß.
Erst am nächsten Morgen erreichen wir den Pazifik.
Die Strände sind breit und lang, das Wasser warm und die Luftfeuchtigkeit hoch…. Nach wenigen Tagen zieht es uns wieder in die Berge.
Wir erreichen den höchsten Punkt der Panamerikana, den Cerro de la Muerte mit 3.278m Höhe, der inzwischen als gut ausgebaute Teerstraße nicht mehr mörderisch ist.
Im Quetzales NP biegen wir nach San Gerado de Dota ab und landen bei einem Traumcampingplatz mit Grillhütte und Bergbach. Stephan und Denise trudeln auch noch ein.
Abends brauchen wir Jacken trotz Grillfeuer und die Duschen sind heiß! Die Temperatur und die Gegend laden zum wandern ein.
Oskar versucht sein Glück beim Angeln und fängt auch eine leckere Forelle.
Beim Versuch eine weitere zu angeln, sitzt ein kleiner Jeansfrosch auf dem Stein und Oskar wollte auf keinen Fall draufspringen, tja und so landete er im eisigen Wasser und alles war klitschnass….. Ein paar km weiter treffen wir am Mirador de Quetzales auf Graciella und Marcel aus der Schweiz und bauen eine Wagenburg,
um uns vor dem Regen zu schützen. Viele Kolibris fliegen umher und landen fast auf unserer Hand.
Am nächsten Morgen um 6:00 Uhr beginnt die Führung durch den Nebelwald, um den Göttervogel Quetzal zu erspähen. Nach Wanderung und geduldigem Warten in der Nähe eines Nestes bekommen wir das Weibchen
und später auch das Männchen mit den langen Schwanzfedern zu Gesicht.
Die nächsten Tage verbringen wir im Orosital
und fahren hoch zum Vulkan Irazu auf 3250m, dort verbringen wir die Nacht und brauchen das erste Mal seit langem wieder mal eine Bettdecke zum Schlafen. Kleine Straßen und Schotterwege durch bergige Landschaft führen zur Ausgrabungsstätte Guayabo.
Dort entdecken wir nicht nur alte Steine, sondern auch ein Schild, dass die KfW hier den Bau der Straßen gefördert hat.
Auf dem Weg zur Karibikküste fahren wir entlang riesiger Bananenplantagen und kurz darauf entdecken wir auch das Chiquita-Logo und die Arbeitersiedlungen in weiß-blau.
Die Container mit den Bananen werden in Puerto Limon verladen, einer wuseligen, dreckigen Hafenstadt. Wir biegen gleich auf die Küstenstraße nach Cahuita ab. Am Camping Maria haben wir uns mit Hermann und Martina verabredet, mit denen wir bereits in Kanada einige Strecken gemeinsam gefahren sind. Gondeln noch zu weiteren karibischen Traumstränden
mit hellem Sandstrand und Palmen, bevor es nach Panama geht.