20.04. – 07.05.18
Willkommen in Guatemala, heißt es nach Erledigung der Grenzformalitäten. Für die Einfuhr des Sprinti sind immer viele Kopien und Formulare notwendig.
Es ist Nachmittag und wir fahren nur wenige Kilometer bis es eine wirklich holperige und stark ausgewaschene Piste durch den Urwald bis zur Ruinenstätte Yaxha geht. Direkt am schönen See, gibts einen Platz zum campen, leider darf man wegen der Krokodile nicht baden. Entdeckt haben wir keins, dafür eine Fuchsfamilie mit 5 neugierigen Jungen. Wir genießen den Sonnenuntergang bei Urwaldsymphonie…
Brüllaffen geben den Ton an und die Zikaden pfeifen den Oberton, unterlegt mit den Geräuschen der Trommelfrösche.
Früh am Morgen durchstreifen wir die Ruinen und besteigen Pyramiden, wir begegnen nur Brüllaffen und den unermüdlich die Wege kehrenden Parkwächtern,
von anderen Besuchern keine Spur. Da geht es im Nationalpark Tikal schon ganz anders zu. Wir fahren am Nachmittag rein, um am nächsten Morgen bei
Sonnenaufgang in Ruhe die wirklich gigantisch hohen Pyramiden im dichten Urwald zu erkunden. Auf dem Weg halten wir die Augen offen für den Jaguar… wir erspähen einen Tucan in den Baumwipfeln.
Es ist Sonntag und eine Mayafamilie baut gerade am Hauptplatz einen Opfertisch auf. Wir sind ausdrücklich eingeladen zuzusehen und zu fotografieren.
Ein beeindruckendes Erlebnis. Fahren Richtung Süden, vorbei an riesigen Rinderfarmen und Palmölplantagen. Der größte Teil des Landes gehört 7 Familien und es kommt auch heute immer wieder zu Landvertreibungen der indigenen Bevölkerung.
Nach einer Nacht im Park von Coban steuern wir den angeblich schönsten Ort in Guatemala an – Semuc Champey – doch die Anfahrt dorthin ist leider eine
grottenschlechte Straße. An den Höhlen von Lanquin können wir den Sprinti auf dem bewachten Parkplatz abstellen und steigen um in ein kleines Allradcollectivo.
Erst gehts steil bergauf bis zum Aussichtspunkt, wir schnaufen und schwitzen, aber kommen an.
Nach dem Abstieg kühlen wir uns in den türkisen Badebecken ab. Affen turnen in den Bäumen und Putzerfische kitzeln uns an den Füßen.
Nachdem wir an der Höhle die Nacht verbracht haben, schauen wir auch noch kurz rein zu den spärlich beleuchteten Tropfsteinen. Fahren zurück nach Coban und von dort den Hwy 7 nach Cunen, nach 15 km hört die Teerstraße auf und der
Highway stellt sich als schmale Schotterpiste heraus, über die ab und an auch noch Bäche fließen. Nach weiteren 35 km passieren wir eine Brücke und welch Wunder auf einmal wieder Teerstraße. Wir wollen ins Ixil Dreieck, dort in der Abgeschiedenheit hinter den Cuchumanates-Bergen wohnen die Ixil-Mayas.
Während des Bürgerkrieges (1978-1983) wurden schätzungsweise 25.000 Ixil vom Militär ermordet. Mithilfe von Entwicklungshilfeprojekten und der Vergabe von Microkrediten versuchen die Indigenas sich ein unabhängiges Leben aufzubauen.
Wir haben erfahren, dass Pedro, ein Ixil-Maya auf seinem Grundstück anbietet zu campen, zudem bietet er Führungen in die Umgebung und sein Dorf an. Er begrüßt uns herzlichst und wir werden auch gleich von ihm durch die weitere Umgebung geführt, zu wichtigen Mayastätten und Gedenkstätten von Märtyrern.
Am nächsten Morgen besuchen wir das Dorf, eine Kooperative, die für Eine-Welt-Läden Stoffe, Taschen und weiteres fertigen.
Auf dem Markt gehts wieder bunt zu und besonders begeistert uns die bunte Tracht der Frauen, hervorzuheben ist der lustige Kopfschmuck der Frauen. Auch Pedro hat sich in seine traditionelle Tracht geworfen.
In seinem Haus im Dorf werden wir von seiner Frau Anna bekocht mit „Poxbol“, Maisbrei in Kohlblatt mit scharfer Soße. Macht wirklich satt!! Anna zeigt uns auch noch wie hier traditionell gewebt wird.
Angefüllt mit den Erlebnissen bei den Ixil-Mayas reisen wir weiter nach Chichicastenango.
Der Ort ist bekannt für einen der größten Märkte der Gegend. Quetschen uns noch durch die Marktstände zum Hotelparkplatz und besuchen am Nachmitag einen Holzmaskenschnitzer und ein Museum.
Am nächsten Tag mischen wir uns unter die Massen und begutachten die Fülle des Marktangebots.
Der Tag wird auch genutzt um in der Kirche zu opfern und viele,viele Kerzen abzubrennen und geräuchert wird auch in einer Tour.
In der Kirche kann man fast nichts mehr sehen, fotografieren ist strengstens verboten! Nach dem ganzen Trubel freuen wir uns auf ein paar Ruhetage am Lago de Atitlan. Ein wunderschöner See, eingerahmt von vielen Vulkanen.
Der Weg zum wirklich malerischen Campingplatz bei Pierre (einem Franzosen) ist supersteil und kurvenreich, doch nach 1,5 Stunden stehen wir am Ufer mit herrlichem Blick. Wir brauchen erst mal 2 Tage Ruhe, dann haben wir auch Lust mit dem „Linienboot“ nach Panajachel zu fahren um einzukaufen.
Nächster und letzter Punkt in Guatemala ist die ehemalige Hauptstadt Antigua. Wieder gehts bergauf-bergab, diesmal auf der Panamericana bis wir am Umsonststellplatz bei der Touristenpolizei in Antigua ankommen.
Ein schattiges, ummauertes und bewachtes Gelände. Holperige Kopfsteinpflaster, viele Kirchen- und Klösterruinen vom verheerenden Erdbeben 1773 zerstört.
Bunte Kollonialbauten, viele Kirchen und ein schöner, belebter Hauptplatz.
Überall ist was los, Straßenmusikanten, bunte Busse, viele Verkäufer, Cafes, gute Restaurants – eine angenehme Stadt.
Verabschieden uns von den anderen Reisenden und fahren gemeinsam mit Agnes und Harold zur Grenze nach El Salvador.
Hey, haben gerade mit den Kids zusammen euren tollen Guatemala-Reisebericht gelesen und bestaunt. Da bekommt man glatt Lust…. 🙂 Liebe Grüße!!!
hallo Ihr Lieben,
vielen Dank für die wunderbaren Bilder und die Teilhabe an Eurer weiteren Reise. Im Gedanken immer an eurer Seite. HG aus dem sommerlichen N. Es war der heißeste Mai seit 130 Jahren. Gini und Johannes