Anchorage – Kenai-Halbinsel – Whittier – Homer – Seward – Anchorage – Tok
Die Kenai-Halbinsel (engl. Kenai Peninsula) ist eine Halbinsel in Alaska südlich von Anchorage, die von russischen Pelzjägern im 18. Jahrhundert besiedelt wurde. Noch heute sind russisch-orthodoxe Kirchen und Friedhöfe in den kleinen Orten wie Nichilnik oder Kenai zu bestaunen.
Die am Westrand des Golf von Alaska gelegene Halbinsel ist nach ihren einstigen Ureinwohnern, den Kenaitze, benannt.
Im Norden liegen die Chugach Mountains und der Turnagain Arm, im Westen das Cook Inlet (Bucht des Golfs von Alaska) mit den Vulkanen der Alaskakette auf der gegenüberliegenden Seite (Pacific Ring of Fire). Im Osten liegt der Prince William Sound und im Süden der Pazifische Ozean.
Zu erwähnen sind die auf Kenai gelegenen Naturhöhepunkte, wie das Harding Icefield, der Kenai-Fjords-Nationalpark, das Kenai National Wildlife Refuge oder der Kachemak State Park.
Ebenso ein weiteres Highlight ist Alaskas einziger Scenic Highway: der Seward Highway. Er führt von Anchorage am Turnagain Arm entlang über die Kenai Mountains nach Seward.
Flüsse, Seen und Feuchtgebiete bedecken 40% der Insel. Die Kenai Halbinsel lebt hauptsächlich vom Fischfang, vom Tourismus und von der Ölindustrie und gilt selbstverständlich als Anglerparadies, vor allem ab Juni, wenn der große Lachs-Run startet. Wir waren am Russian River, als die Red Salmon unterwegs zu ihren Laichgründen waren.
Die größten Orte sind Whittier, Homer und Seward.
Nach Whittier kommt man durch durch einen Multi-Tasking Tunnel. Gerade mal einspurig befahrbar, dient er den Transporten auf der Schiene genauso wie dem Autoverkehr. Zu jeder halben Stunde darf eine Seite nach Whittier hinein, alle ganzen Stunden darf man wieder raus, wenn grad kein Zug fährt. Am Ende von Whittier, ganz hinten, wo die „Straße“ dann zu Ende ist, übernachten wir mit Blick auf Gletscher, Meer und herrlichem Sternenhimmel…
Homer hat uns weniger gefallen, der sog. Homer Spit, eine Landzunge ins Meer, ist überladen mit touristischen Souvenir-Läden, Kneipen, Restaurants, überfüllten Campgrounds und zugestellten Parkplätzen. Ein bisserl rumlaufen muss sein, aber zum Übernachten suchen wir uns dann doch ein ruhiges, einsames Fleckerl und werden kurz hinter Homer am Eveline Recreation Park fündig.
Von Seward aus kann man den Kenai Fjords Nationalpark erkunden.
Die Hauptattraktion des Nationalparks sind die zahlreichen Gletscher, die über das 113 km lange und 48km breite Harding Icefield gespeist werden. Die meisten Gletscher sind nur über eine gebuchte Bootstour über die Resurrection Bay zu erreichen.
Auch wir haben eine Tour mit einem Katamaran gebucht. Die Tour startete um 11 Uhr im Hafen von Seward und dauerte gute 6 Stunden. Gottseidank behielten die Wettervorhersagen nicht ganz recht, es klarte auf und wir hatten herrlichen Sonnenschein und konnten die schöne Fjordlandschaft bewundern.
Papageientaucher, Robben, Orcas und Buckel-Wale sahen wir aus geringer Entfernung, Seelöwen und Seeottern kamen uns ganz nahe. Vor allem die putzigen Seeottern hatten es uns angetan. Sie liegen auf dem Rücken, klopfen mit Steinchen Muscheln auf und sind furchtbar neugierig….
Der Höhepunkt der Tour war der Ayalik-Gletscher, der direkt in die Ayalik Bay mündet. Wir hatten Glück und konnten dem Gletscher eine Weile beim „Kalben“ zuschauen.
Wieder zurück in Seward ist der Exit Glacier der einzige Gletscher des Kenai Fjords National Parks, der per Auto erreicht werden kann. Vom Parkplatz aus führt ein knapp 1 Kilometer langer, gut ausgebauter Wanderweg bis zum Flussbett unterhalb des Gletschers. Über den 800m langen, steilen Overlook Loop Trail gelangt man direkt bis zur Nordseite des Gletschers. Von hieraus bietet sich ein schöner Blick über das weite Flussbett und die umliegende Landschaft. Aber auch hier ist der Gletscher seit Jahrzehnten auf dem Rückzug…….erschreckend !
Auf dem Weg vom Exit Glacier finden wir wieder ein kostenloses Übernachtungsplätzchen in einem trockenen Flussbett.
Wir fahren wieder zurück nach Anchorage und erfahren dort, dass meine Mutter am 9.7. verstorben ist. Zur Urnenbeisetzung werden wir auf alle Fälle in der BRD sein. Wir buchen einen Flug von Vancouver nach München und haben jetzt knapp 2 Wochen Zeit, um nach Vancouver zu kommen.
Über das Netz erfahren wir von ausgedehnten Waldbränden in British Columbia, Kanada und müssen unsere Route dementsprechend anpassen. Etliche Nord-Süd-Verbindungen sind gesperrt, Städte und Dörfer evakuiert und wenn wir Pech haben, müssen wir Umwege bis zu 2000 km machen……
Über Glenallen und Tok schlagen wir die Richtung nach Kanada ein und verlassen Alaska.