Alaska – ist ja eh nur Eisbären, eiskalt, Permafrost und immer dunkel, menschenleer und Millionen von Mücken…. so stellt man sich Alaska erst mal vor……stimmt ja auch, oder ?
Wie sagte schon die Tigerente „Oh wie schön ist A-las-ka“ oder so ähnlich…..
Schaun mer mal…….
Bevor wir unsere Eindrücke zu Papier bringen, ein paar Fakten über die Geschichte Alaskas („Land, in dessen Richtung das Meer strömt“).
Vor ca. 16.000 Jahren erreichten Nomaden, von Sibirien kommend, dieses Gebiet, russische Pelzjäger auf der Suche nach Seeottern und anderen Pelztieren waren die ersten Europäer in Alaska Mitte des 17. Jahrhunderts. Im 18. und 19. Jahrhundert war Russisch-Amerika die einzige Übersee-Kolonie des Zarenreiches, die aber sehr schwierig zu verwalten und kaum rentabel war.
Nach dem verlorenen Krim-Krieg war die russische Staatskasse leer, und um sie wieder aufzufüllen, stimmte der russische Zar Alexander II einem Vertrag zu, Alaska an die USA zu verkaufen. Der Zar war froh, das ungeliebte Alaska loszuwerden und freute sich über 7.2 Millionen US-Dollar (weniger als 5 Cent pro QuadratKILOmeter !!!)
US-Außenminister Seward wurde wegen des Ankaufs 1867 verspottet („Seward’s Icebox“), aber aus seiner Sicht waren strategische Gründe ausschlaggebend, einen Puffer zwischen Russland und dem amerikanischen Mainland zu schaffen.
Gold, andere Edelmetalle, Kohle, Uran und nicht zuletzt enorme Ölfunde im Norden Alaskas machten den Ankauf zu dem lukrativsten Landkauf in der Weltgeschichte.
Seit 1959 ist Alaska der 49. Bundesstaat der USA, flächenmäßig der größte, ca. 4x so groß wie die BRD, aber nur ca. 800.000 Einwohner……
Für uns war Alaska einfach ein Traum……
Es ging schon los mit dem „Top of the World“ Highway, der uns von Dawson City zur Grenzstation Poker Creek führte. Immer auf ca. 1200m bis 1500m mit sagenhaften Ausblicken nach links und rechts eine der spektakulärsten Straßen, die wir bisher gefahren sind. Schotter zwar, aber ausnehmend gut zu befahren.
In Alaska sofort Teer zur Begrüßung, dann kurz nach der Grenze aber wieder Schotter bis Chicken. Unser Dempster-Team ist wieder vollzählig und wir genießen Essen und Trinken im originalen Chicken Café.
Auf dem Denali Highway, ebenfalls Schotter, zum Teil ziemlich rough, geht es dann Richtung Westen immer in der Hoffnung, den 6120m hohen Denali (Mt. McKinley) hinter jeder Biegung zu entdecken.
Hin und wieder eine Baustelle, hier gibt’s keine Ampeln, sondern einen „flagman“, hier eine „flagwoman“, und man wartet brav, bis das „pilot-car“ kommt und vor der gesamten Autokolonne herfährt, damit auch niemand sich verfährt…..
Immer mal wieder ein Elch, der die Straße überquert oder Schwarzbären, die sich Löwenzahn schmecken lassen.
Im Denali Nationalpark steigen wir in einen grünen Schulbus um, der mit Propan betrieben wird, lassen uns durch den NP kutschieren und werden mit tollen Tierbegegnungen belohnt, sehen Grizzlies mit ihren Jungen, Karibous und die Landschaft ist wieder einfach fantastisch.
Den Denali können wir zuerst nur erahnen, weil dichter Nebel uns einhüllt, aber nach einiger Zeit reißt die Wolkendecke auf, die Sonne strahlt, der Denali zeigt sich bruchstückhaft…..
Nach zwei Übernachtungen am Visitor Information Center müssen wir natürlich noch den „Into the Wild“ Bus aufsuchen und die Stampede Road bis zu Ende fahren…..wir haben das Buch gelesen und kennen den Film.
Richtung Süden kommt uns ein einzelner Grizzly am Straßenrand sehr nahe, Grünzeug ist angesagt, mmmh lecker Gras……erst ein entgegenkommender Riesenbus verscheucht ihn.
Und endlich sehen wir auch den Denali…..zwar immer noch mit Wolken, aber schon sehr deutlich.
Wir fahren bis Anchorage, stehen kostenlos mitten in der Stadt, mit knapp 300.000 Einwohnern die größte Stadt Alaskas, trotzdem nur etwa so groß wie Fürth…….(gut gerechnet *grins)
Gibt’s auch Aufzüge oder nur Elche, Bären usw.??