Türkei 4

 

16.03.2012

 

Wir winken dem Meer…. lange Zeit werden wir es nicht mehr sehen…

Auch die warmen, frühlingshaften Temperaturen sind erst mal vorbei.

 

Wir begeben uns ins hohe, bergige Inland der Türkei. 

 

Ein Abstecher zur antiken Stätte Kanlidivane bei eisigem Ostwind, über uns ziehen riesige Storchenschwärme gen Westen. Es gibt wieder alte Steine zu bestaunen und tolle Reliefs zu entdecken.

Unser heutiger Übernachtungsplatz liegt unterhalb einer alten Moschee in einem großen Picknickareal.

 

 

 

17.03.

 

Über kurvige Straßen geht’s stetig bergauf, vorbei an einer Gedenkstätte für deutsche Arbeiter, die beim Bau der Bagdadbahn ihr Leben ließen.

In Nigde auf 1229m liegt Schnee. Das Museum ist geheizt und hat als Highlight einige Mumien ausgestellt, die in Kappadokien gefunden wurden.

 

Der Museumsdirektor empfiehlt uns noch den Besuch des Gümüslerklosters. Die ersten ausgehöhlten Felsen sind zu erkunden und die ersten Kirchenfresken zu bestaunen.

 

 

 

18.03.- 22.03.

 

Kappadokien….

 

Eine Hochebene mit vielen Tälern, ab dem 8. Jahrhundert haben Christen dort Kirchen, Klöster und Wohnungen in den weichen Tuffstein gehauen. Bei Krieg und Überfällen ein ideales Versteck, da von weitem nicht erkennbar. Es gibt viel anzuschauen und zu entdecken. Unterirdische Städte mit ausgeklügelten Belüftungssystemen wie in Derinkuyu.

Tiefe Täler mit versteckten Kirchen, Tuffsteinfelsen mit Wohnungen im Ihlara- und Cat-Tal. Felsen, in denen sich wunderschön bemalte Innenwände befinden, hier ist trotz Massentourismus das Göreme Open-Air-Museum ein Muss.

 

Gestein, das durch Wind und Regen phantastische Formen angenommen hat, ist an allen Ecken zu entdecken. Es gibt viel zu gucken, zu erlaufen und zu erklettern. Morgens um kurz vor 6.00 Uhr werden wir von Fauchen und Zischen geweckt. Wir blicken verschlafen aus dem Fenster…..ein Heißluftballon schwebt gerade knapp neben dem Womo vorbei. Nix wie anziehen, raus und die vielen Ballons beim Aufsteigen in den morgendlichen Himmel bestaunen.

Es gäbe noch viele Täler und Felsformationen, doch wir verlassen Göreme am 23.03. mit Ziel Erciyes Dagi bei Kayseri, der Vulkan, der für die Felsformationen in Kappadokien mit zuständig war.

 

 

 

23.03.

 

Der Erciyes Dagi speit keine Lava mehr… Schnee liegt meterhoch

und es gibt ein Skigebiet. Warum also nicht Skifahren wenn es möglich ist…. Beim Lift ist auch ein Skiverleih, es kümmern sich auch gleich ganz viele Offizielle um uns und welch Überraschung… da ein Großteil der Lifte neu gebaut wurde, ist diese Skisaison alles umsonst. Na da lassen wir uns doch nicht dreimal bitten. Ski und Schuhe aussuchen und für morgen reservieren.

 

 

 

24.03.

 

Ein herrlicher Sonnenskifahrtag… tolle Pisten, klasse Lifte, kaum was los.

Die meisten türkischen Familien beschränken sich aufs Schlitten rutschen oder Gondel rauf und runter fahren. Manche leihen sich mutig Snowboards aus. Am Gipfel angelangt, oh Allah ist das hoch !!! …. fahren sie dann doch lieber mit dem Lift wieder nach unten….

 

 

 

25.03.

 

Fahrn, fahrn, fahrn…. von Kayseri über Sivas und Erzincan bis 90 km vor Erzurum. Überall Schnee, fahren über Pässe bis 2200m. Die Straßen sind größtenteils Super… und immer schneefrei.

 

 

 

26.03.

 

Erzurm ist erreicht und das iranische Konsulat mit Hilfe schnell gefunden. Wir werden auch eingelassen, obwohl gerade die Mittagspause angefangen hat. Der Konsul bestätigt unsere Referenznummern und gibt uns einen Adresszettel zum Einzahlen der Visagebühren bei einer Bank mit. Morgen sollen wir dann alle Papiere bringen und bekommen dann das Visum.

 

Die Bank ist auch schnell gefunden, als wir eintreten, schockiert uns erst mal eine riesige wartende Menschenmenge… oh weh wie lange werden wir da wohl warten müssen… doch es geht ganz schnell, denn die Wartenummern zum Geld einzahlen kommen sofort dran. Besichtigen Erzurum,

speisen lecker im Asya-Salon Iskender Kebab mit Ayran. Türkische Schüler- und Studentendemo für mehr Bibliotheken und der Förderung des Lesens…wir sind mittendrin..

 

 

 

27.03.

 

Alle Unterlagen beim iranischen Konsulat morgens abgegeben und um 16.00 Uhr unsere Pässe mit dem eingeklebten Visum abgeholt. Da es in Erzurum kalt und ungemütlich ist, fahren wir noch 2 Stunden weiter. Agri liegt auf 1632m, überall Schneemassen, wir finden eine Tankstelle mit geräumtem Parkplatz zum Übernachten. Draußen ist es kalt und…… unsere Heizung streikt ausgerechnet jetzt….

 

Also Wärmflasche füllen und ins Bett kuscheln. Das Thermometer sinkt auf -10 Grad (Aussentemperatur)

 

 

 

28.03.

 

Im Auto -1 Grad, schnell anziehen und Kaffee kochen, dann den Motor starten, denn die Scheiben sind innen und außen angefroren. Nach dem Frühstück ist es schon wärmer und nach einigen Kilometern Fahrt ist es auch wieder angenehm warm. Die Sonne scheint und wärmt den Bus und das Herz. Dogubayazit ist erreicht, wolkenloser Blick auf den Arart mit 5137m,

wir erklimmen nur eine Höhe von 2200 m und besichtigen den Ishak-Pasa-Palast. Sind die ersten (und einzigen) Besucher, im Innenhof wird noch Schnee geräumt.

 

Da die nächsten Nächte bestimmt noch kalt werden, machen wir uns an die Reparatur unserer Heizung. Ausgebaut ist sie schnell, nach einigem Tüfteln finden wir auch den Grund, warum sich das Lüfterrad nicht mehr dreht. Mit Improvisation und nach mehreren Versuchen läuft das Lüfterrad wieder. Auch der Zusammenbau funktioniert einwandfrei und…. die Heizung läuft.

 

Es ist noch Zeit, die 170 km bis Van zu fahren. Die Straße ist ab und an saumässig löcherig vom langen Winter, zum Glück ist der Verkehr spärlich und wir können uns auf der gesamten Straßenbreite die beste Spur raussuchen. Vorbei geht’s an Dörfern,

vor den kleinen Häuschen Pyramiden mit getrocknetem Dung zum Heizen, Kinder in Schuluniformen, die nach Hause laufen.

 

Ab und an Militär, die den Verkahr kontrollieren.

 

In und um Van wird wie wild gebaut, immer wieder Zelt- und Containersiedlungen, dazwischen Brachgelände, wo die zerstörten Häuser des Erdbebens vom Oktober 2011 abgerissen und weggeräumt wurden.

 

Übernachten am Vansee an der Fähranlegestelle.

 

Wir haben vor, morgen bei Esendere in den Iran einzureisen.

 

 

3 Gedanken zu „Türkei 4

  1. Und wieder mal supertolle Bilder! Bei uns ist endlich der Frühling ausgebrochen, Luis radelt mit seinem neuen Fahrrad (3 Gänge und mit Licht!) wie ein Weltmeister und Luni beginnt so langsam das Brabbeln, sie denkt aber, dass sie eine kleine Diva ist 🙂 Liebste Grüße von uns!

  2. hallo ihr zwei
    habe euren bericht gelesen ist ja schön das alles soweit in ordnung ist. wilfried u. yussuf sind inzwischen auch weg. hier wird es langsam richtig warm. alles gute weiterhin.
    vlg
    karin & dieter

  3. Hey ihr Lieben, Wahnsinnsbilder!!! Freuen uns, dass es euch gut geht, hoffe ihr könnt den Iran genauso geniessen wie die Türkei! Bei uns ist alles bestens, Club bleibt in der ersten Liga und Greuter Fürth steigt auf, wunderbar das Ganze…Isa gehts prächtig, rennt durch die Gegend und tritt gegen alles was sich bewegen kann, Fussballer-Gene vom Papa und Opa!!! 🙂
    Lasst ecuh feste drücken, 1000 Bussis von Cacu, Fabse und Isa

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